Herlinde Koelbl (geb. 1939 in Lindau) zählt zu den renommiertesten deutschen Fotografinnen und
Dokumentarfilmerinnen der Gegenwart. Seit den 1970er-Jahren widmet sie sich in ihren Arbeiten den großen Fragen von Macht, Identität und gesellschaftlichem Wandel. Ihre fotografischen Langzeitstudien
und dokumentarischen Projekte haben internationale Anerkennung gefunden.
Bekannt wurde sie insbesondere durch ihr Projekt „Spuren der Macht“, für das sie führende
Persönlichkeiten aus Politik über Jahre hinweg begleitete. Die daraus entstandenen Porträts – unter anderem von Angela Merkel – zeigen eindrucksvoll, wie sich Verantwortung, Einfluss und Zeit in
Gesichtern einschreiben.
In weiteren Werkzyklen wie „Das deutsche Wohnzimmer“, „Starke Frauen“, „Kleider machen Leute“ oder „Targets“ untersucht Koelbl gesellschaftliche Rollenbilder,
kulturelle Identität und die Mechanismen von Macht und Selbstinszenierung. Ihre Arbeiten verbinden präzise Beobachtung mit großer Nähe zu den Porträtierten und zeichnen sich durch eine klare,
ungeschönte Bildsprache aus.
Herlinde Koelbl wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Dr.-Erich-Salomon-Preis. Ihre Werke werden international
ausgestellt und publiziert.
Sie lebt und arbeitet in München.