aktuelle Ausstellung

TIERE

Walter Schels

 

 

08.05. -  06.07. 2024

 

Die Galerie noir blanche zeigt vom 08. Mai bis 06. Juli 2024 die berühmte Serie von Tierportraits von Walter Schels.

Walter Schels gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Fotografen Deutschlands. 

Große Teile der gezeigten Arbeiten wurden bereits in der Pinakothek der Moderne in München und im Landesmuseum Darmstadt in großen Einzelausstellungen präsentiert.

 

Der Fotograf Walter Schels (*1936 in Landshut) wuchs mit Tieren auf. Das prägte, wie er sagt, sein Verhältnis zu Tieren und seine Fotografie. Schels‘ erste Tierporträts entstanden Mitte der 80er Jahre: Große Firmen wie VW, Panasonic oder Blaupunkt gaben bei Schels Schimpansen- oder Hundebilder für Werbekampagnen in Auftrag –oft in lustigen Posen und fast immer in Farbe. Heimlich fotografierte er damals seine schwarzweiß-Porträts mit, ohne dass die Artdirektoren es merkten. Später fotografierte er Tiere auch ohne Auftrag, bis in die 2000er Jahre. Bekannt wurde Schels mit Charakterstudien von Prominenten wie Andy Warhol, Joseph Beuys oder Angela Merkel. Immer vor weißem oder schwarzem Studiohintergrund, ohne Lächeln, mit direktem Blick in die Kamera. „Dass er eine am Menschenbild entwickelte Konvention der Darstellung einfach auf die Tierfotografie übertrug, ist eine Provokation“, sagt der Fotohistoriker Klaus Honnef über Schels‘ Tierporträts. Beim Betrachter erwecken sie, vom Fotografen durchaus gewollt, das Gefühl, mit dem Tier – ganz gleich ob Schaf, Bär, Frosch oder Kaninchen – quasi auf Augenhöhe in einen gleichwertigen Dialog

zu treten. Der Blickkontakt, sagt Schels, sei für ihn bei menschlichen und tierischen Sujets der Zugang zum Wesenskern seines Gegenübers und damit „der Schlüssel zu einem guten Porträt“. Doch weil man Tiere nicht anweisen könne, in die Kamera zu schauen, sei ein Tierporträt „Glückssache“. In der Düsseldorfer Galerie noir blanche zeigt Volker Marschall neben Schels‘ klassischen Tierporträts auch experimentelle Serien, die der Fotograf seit den Siebzigerjahren konsequent aus „missglückten“ Aufnahmen generiert: Doppelbelichtungen, Überdrucke, Schnappschüsse sowie Bilder einer Serie, die Schels 1976 mit einer kleinen Plastikkamera zum Zusammenstecken im verschneiten Englischen Garten in München fotografierte. 

 

Druckversion | Sitemap
© Volker Marschall